Video des restaurierten Warszawa

22 Apr
%A, 22UTCTue, 22 Apr 2014 16:06:22 +0000 %e. %B %Y

Das Video des fertig restaurierten bzw konservierten Warszawa:

Weitere Bilder der Restaurierung

18 Apr
%A, 18UTCFri, 18 Apr 2014 18:49:59 +0000 %e. %B %Y

Bilder der Restaurierung

16 Apr
%A, 16UTCWed, 16 Apr 2014 12:41:01 +0000 %e. %B %Y

Während der Warszawa auf seinem Weg nach Rom ist, hier einige Bilder der Restaurierung des Warszawa:

Papamobil in der Presse

15 Apr
%A, 15UTCTue, 15 Apr 2014 20:26:32 +0000 %e. %B %Y

Hier finden Sie die wichtigsten Pressemeldungen zum Fahrzeug und zur Reise nach Rom. Deutsch:

http://www.welt.de/motor/article126540572/Wie-ein-Thueringer-Sammler-zu-einem-Papamobil-kam.html

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/heiligsprechung-von-johannes-paul-ii-im-papst-oldtimer-bis-rom-zur-heiligkeit-12895524.html

http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/auto-von-papst-johannes-paul-ii-restauriert-a-962207.html

http://www.bild.de/auto/auto-news/oldtimer/papst-auto-warszawa-m20-35502130.bild.html

Englisch:

http://www.washingtontimes.com/video/international/popes-relic-on-wheels-departs-to-rome/

http://www.thenews.pl/1/9/Artykul/168521,Krakow-cathedral-unveils-Pope-John-Paul-II-sainthood-bell

Polnisch:

http://krakow.naszemiasto.pl/artykul/galeria/przyjechal-z-niemiec-do-wadowic-zabytkowa-warszawakarola,2242054,8867422,t,id,zid.html#galeria

Vorläufige Reiseroute

15 Apr
%A, 15UTCTue, 15 Apr 2014 11:01:30 +0000 %e. %B %Y

Die Reise nach Rom hat begonnen!

Das Papamobil samt Begleitbus hat Ilmenau am Sonntag rechtzeitig verlassen, und ist nun auf dem Weg zu folgenden Stationen auf dem Weg zur Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II:

reiseroute

13/14.04.          Berlin

14/15/16.04.   Gdansk

16/17.04.          Warszawa

17/18.04           Czestochowa, Wadowice

18/19.04.         Krakow

19/20/21.04  Zakopane

21/22.04        Wien – Heldenplatz

22/23.04        Salzburg – Residenzplatz

23/24.04        Bozen – Domplatz

24/25.04         Ravenna - Basilica

25/26.04         L’aquila - San Pietro della Ienca

26/27.04         Ankunft Rom

Auf der Facebookseite “Papamobil goes Rome” findet ihr aktuelle Bilder rund um die Reise des Papamobils.

 

Grün oder blau?

22 Feb
%A, 22UTCSat, 22 Feb 2014 16:23:56 +0000 %e. %B %Y

Freitag, 23.08.2013

Wir sind zurück aus dem Urlaub. Papst Johannes Paul II ist auch heute noch allgegenwärtig in Polen. An vielen Kirchen und Gebäuden findet man ein Bild von ihm. “Da ist er wieder und wir haben sein Auto!” sagte ich mehrfach stolz zu meiner Frau. Sie war wohl froh als wir endlich im Hotel ankamen und dort kein Bild von Karol Wojtyla hing. Eines Abends kamen wir mit dem Hotelmanager ins Gespräch und ich sagte ihm, dass wir ihn vielleicht das nächste Mal mit dem Warszawa besuchen. Das freute ihn und dieser Abend ging aufs Haus. Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug nach Danzig. Auf der Rückfahrt mit dem Taxi passierten wir den Platz der Solidarnosc mit dem Denkmal für den Arbeiteraufstand.

denkmal

“Hier habe ich früher als Elektriker gearbeitet.” sagt der Taxifahrer. “Als Elektriker? War nicht Lech Walesa auch Elektriker in der Werft?” fragte ich ihn. “Ja, wir waren Arbeitskollegen.” sagte der Fahrer und erzählte von der Zeit der Aufstände, wie die Frauen der Werftarbeiter Blumen in die Panzerrohre steckten und die jungen Soldaten auf den Panzern zitterten. Manche sollen geweint haben. Wir kamen auf die Rolle von Papst Johannes Paul II zu sprechen und ich sagte ihm, dass ich ein schönes Andenken an den Papst zu Hause habe. “Da soll es ja ein paar Dinge geben.” sagte der Fahrer und schaute mich fragend an. “Ich habe seinen alten Warszawa, sein erstes Auto.” Kurzes Schweigen. “Wirklich?” fragt er mich. “Ja, wirklich. Er steht in meiner Garage.” “Kann ich nicht glauben.” Der Fahrer sah mich skeptisch an. Ich zeige ihm die Fotos auf meinem Handy, die Ampel geht auf grün, aber unser Taxi blieb stehen. Er kannte das Auto aus dem Fernsehen und in Polen gibt es auch einen ganzen Film über dieses Auto. Es hupte hinter uns und wir fuhren weiter. “Ich fahre den Besitzer von Wojtylas Warszawa durch Danzig?” Der Fahrer schaltet das Taxameter aus. “Das ist ja unglaublich! Das muss ich gleich meiner Frau erzählen! Ich beende nach dieser Fahrt meinen Dienst, kaufe Kuchen und fahre zum Kaffee nach Hause.” Etwas übertrieben dachte ich, aber der Taxifahrer setzte noch eins drauf. “Für mich war das heute der schönste Tag als Taxifahrer!” bedankte er sich bei mir, statt ich bei ihm.

Die Taxifahrt blieb kostenlos. So langsam wurde auch meiner Frau bewußt, dass dieser Warszawa ein besonderes Auto ist.  Und weil aller guten Dinge drei sind, bekam ich noch vor unser Abreise unaufgefordert das Kaufangebot eines Warschauer Geschäftsmannes. “Was denkst Du, wollen wir ihn wieder verkaufen ?” fragte ich meine Frau. Sie überlegte, schaute mich an und sagte “Nein, ich denke, du solltest ihn wirklich behalten.” Über diese Antwort freute ich mich sehr. Endlich war der Warszawa auch bei meiner Frau angekommen.  ”Nein, dass Auto steht nicht zum Verkauf.” gab ich freundlich zu verstehen. Im Hotel besuchten mich meine Cousins Piotr und Marcin Pozauc aus Danzig, die beiden Söhne des Bruders meiner Mutter. Ich zeigte ihnen die Bilder des Warszawa und fragte, ob sie mir vielleicht bei der Ersatzteilbeschaffung helfen würden. In Deutschland ist der Warszawa eher unbekannt und meine ersten Suchen auf Ebay blieben erfolglos. In Polen gibt es andere Plattformen und wir wurden noch am selben Abend fündig. Neue, originale Kotflügel und einige weitere Ersatzteile. Großzügig strapazierte ich das Konto meines polnischen Cousins und kaufte die halbe Nacht die ersten Teile für die geplante Restaurierung. Die Restaurierung kann schon bald beginnen, dachte ich. Nur für eine Farbe muss ich mich dann noch entscheiden. Das originale Hellgrün oder seine letzte Farbe blau. Es sollte alles anders kommen.

In der Garage

17 Feb
%A, 17UTCMon, 17 Feb 2014 20:01:14 +0000 %e. %B %Y

Freitag 09.08.2013

Der VW Bus ist gepackt. Wie jedes Jahr fahre ich nach Sopot an die polnische Ostseeküste. Früher mit meinen Freunden auf dem Motorrad, nun schon das zweite Jahr mit meiner Frau und unserer kleinen Tochter. Und immer übernachten wir im Grandhotel, dessen Architekt Kloeppel aus der Familie stammt, welche mich 1988 nach meiner Abschiebung in die Bundesrepublik so herzlich aufnahm. Unzählige Abende saß ich die letzten Wochen überwiegend mit meinem Freund und Nachbarn André vor dem Warszawa. Aus den Radkästen krümelten die Reste polnischer Feldwege auf den Garagenboden. Der vordere linke Kotflügel hat eine andere Farbe und das linke Vorderrad steht schief im Radkasten. Die vordere Stoßstange wirkt modern und passt auch nicht zur hinteren. Das Auto hatte mal einen Frontschaden, links vermutete ich. Diese Vermutung wurde durch historische Bilder des Autos verstärkt. Stoßstange, Blinker, Grill und Scheinwerfer sind vom Nachfolgemodell Warszawa Sedan (Stufenheck) und wackeln in den verrosteten Kotflügeln. Bitte nur nicht anfassen!

warszawa_front

Der erste Lichtblick

Die Gummipuffer gehören auch nicht an die Heckstoßstange. Die originalen roten Glasblinker im Heck sind durch gelbe ersetzt, sicherlich ein üblicher Umbau in den späteren Jahren.

warszawa_heck

Das rostige Heck

Über die absackende Beifahrertür steige ich ein und nehme zum ersten Mal auf dem verschmutztem Fahrersitz Platz. Karol Wojtyla hatte nie einen Führerschein, las ich im Internet, er saß immer hinten rechts. Ich drehe mich schräg nach hinten um und denke, da saß er früher wirklich, und hat die Welt durch diese Scheiben gesehen. Das Leben war für ihn das größte Geschenk. Seine Haltung zu Verhütung, Familie und zum Schutz des ungeborenen Lebens betrachteten nicht wenige als erzkonservativ. Was müssen dann seine Kritiker und selbsternannten Vertreter der jungen Generation aber gedacht haben, als bis zu vier Millionen junger Menschen zu seinen Weltjugendtagen pilgerten um ihm zuzuhören? Dieser Papst zog mehr junge Menschen an als die größten Rockkonzerte dieser Welt.

Aus einer Mischung von Respekt und Ehrfurcht habe mich bis heute noch nicht auf seinen Sitz gesetzt. Die Rolle als Fahrer gefällt mir da besser. Mein Blick geht wieder nach vorn und mit beiden Händen halte ich das klebrige Lenkrad fest. In polnischen Foren las ich, dass das Lenkrad bei diesem Modell weiß und nicht schwarz sei und die Schaltung ans Lenkrad gehört. Ich trete auf die Bremse. Den Gegendruck des Bremspedals übernimmt zuerst das Bodenblech, und die Handbremse war festgerostet. Dafür hatte das Lenkrad so viel Spiel, dass man lenken konnte, ohne dass sich die Räder bewegten. Das Autoradio, ein späteres Modell, ließ sich einfach herausziehen. Es war nicht angeschlossen und diente wohl dem Verkäufer eher als Platzhalter. Der Warszawa war während seiner 19 Jahre bei Karol Wojtyla einmal überholt worden, denn der Vorbesitzer hatte ihn bereits in der jetzigen Farbe und mit Knüppelschaltung gekauft. Original war der Warszawa hellgrün (polnisch: seledynowy Kolor) und nicht blau. Und dort, wo die blaue Farbe abgeplatzt ist, kommt die hellgrüne Farbe überall zum Vorschein, auch an den Türen und besonders im Motorraum. Nur am linken Kotflügel eben nicht, dieser war ausgetauscht. Aus Sicht eines Oldtimerfans wäre natürlich das Hellgrün die Originalfarbe. Aus der Geschichte dieses Autos sind beide Farben original. Wie restauriert man aber dieses Auto? Seitdem der Warszawa in meiner Garage steht, kreist mir diese Frage durch den Kopf. Die einfache Technik ist sicher nicht das größte Problem, aber wie geht man mit der verrosteten Karosserie und dem Innenraum um?

andre

Freund und Nachbar André 

“Das darfst Du auf keinen Fall überstürzen!” bestätigt auch André meine Überlegungen. Es sollte keine einfache Entscheidung werden.

Die Abholung

13 Feb
%A, 13UTCThu, 13 Feb 2014 18:15:55 +0000 %e. %B %Y

Freitag, 12.07.2013

Eine Woche hatte ich Zeit meine Garage aufzuräumen. Ich leihe mir einen Autoanhänger und starte am Vorabend nach Düsseldorf. Auf so eine Entfernung übernachte ich doch lieber vor Ort. Freudestrahlend erwartet mich an diesem Morgen wieder Michael Fröhlich. “Guten Morgen! Schön dich wieder zu sehen! Einen Kaffee oder Cappuccino” fragt er in seiner erfrischenden Art. “Einen Cappuccino bitte.” Ich habe noch nicht ausgetrunken, da betritt auch schon der ehemalige Eigentümer das Autohaus. “Guten Morgen Alexander!” wird auch er freundlich von Michael begrüßt. Der Michael kennt gar kein “Sie” glaube ich. Alexander Gawron kommt aus Regensburg und spricht gut deutsch mit polnischem Akzent. Ich hatte bei diesem Auto eher einen Frührentner als Vorbesitzer erwartet, aber zur Rente fehlen ihm wohl noch mindestens 15 Jahre. Wir setzen uns an einen Tisch und Alexander Gawron übergibt mir seinen Ordner mit den Originaldokumenten. Und wieder bin ich überrascht, nur diesmal positiv. Da liegen nicht nur der originale Fahrzeugschein und die originale Anmeldebestätigung von 1958 auf dem Tisch, sondern auch das auf Karol Wojtyla ausgestellte Garantieheft zu diesem Warszawa sowie seine persönlichen Versicherungsdokumente und eingezahlten Steuernachweise. Alles im Original. Und dann noch ein unerwartetes Dokument. Alexander Gawron übergibt mir den originalen Kaufvertrag zwischen Karol Wojtyla und dem Cousin seiner Mutter mit eingetragener Fahrgestell- und Motornummer. Selbst der Motor ist nach diesem Kaufvertrag nummerngleich mit dem Warszawa! Besser kann dieser Warszawa nicht dokumentiert sein! Und da sind ja auch noch die beiden originalen Nummernschilder.

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Der Vorbesitzer Alexander Gawron

“Fantastische Automobile” heißt Michael Fröhlichs Autohaus und jetzt empfinde ich es auch wirklich so. “Als der Cousin meiner Mutter 1978 erfuhr, das Karol Wojtyla zum Papst gewählt wurde, hat er alle Kaufunterlagen sorgfältig aufbewahrt und später den Warszawa, so wie er ihn von Karol Wojtyla gekauft hat, unrestauriert in seiner Scheune abgestellt.” erklärt Alexander Gawron. Dieser unberührte Originalzustand ist mir natürlich lieber als jede halbherzige Restaurierung, auch wenn das Auto so stark verrostet ist. Auf jeden Fall besser als nachlackierter Spachtel, denke ich. Ganze 35 Jahre war dieses Auto in behütetem Familienbesitz und nun bin ich der zweite Besitzer nach Karol Wojtyla. Beim Mittagessen reden wir noch über Papst Johannes Paul II, tauschen uns über alles Mögliche aus und Alexander Gawron verabschiedet sich: “Ich freue mich, dass der Warszawa in deine Hände gekommen ist!” Und ich freue mich über die Art, wie er das gesagt hat. Zurück bei Michael im Autohaus lade ich das Auto mit seinen Mechanikern auf.

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Der Warszawa wird aufgeladen

Er bittet mich zum Abschied, ihm im Falle einer Restaurierung doch ein kleines Stück Blech oder eine andere Kleinigkeit zur Erinnerung zu überlassen. “Mach ich auf jeden Fall!” antworte ich und fahre mit dem Warszawa auf dem Anhänger los. Erst fand ich ihn schräg, dann etwas verrückt und aufgedreht, aber letztendlich sympathisch und sehr herzlich. Ich freue mich, als noch 2 Polen auf der Autobahn ihre Daumen durchs Autofenster in die Höhe heben und komme am frühen Abend bei meiner Familie an. Meine Frau mußte nichts sagen, diesmal sah ich die Frage schon in ihrem Gesicht. So ähnlich muss ich vor einem Jahr auch geschaut haben, als ich das Auto zum ersten Mal im Autohaus sah. Und so kam es auch. “Hast du dir das wirklich gut überlegt?” “Aber ganz sicher!” antwortete ich und klopfe auf den Ordner mit den Originaldokumenten. Mein Schwiegervater, stets begeisterter von meinen spontanen Aktionen als seine Tochter, hilft mir noch beim Abladen und ich bringe den Anhänger dankend zurück. “Ist mein Anhänger jetzt auch heilig?” fragt mich der Verleiher lächelnd. “Könnte sein.” antworte ich auch nicht ganz ernst.

warszawa angekommen

Der Warszawa ist endlich angekommen

Die Verkündung der Heiligsprechung

12 Feb
%A, 12UTCWed, 12 Feb 2014 13:49:24 +0000 %e. %B %Y

Freitag 05.07.2013

Papst Johannes Paul II wird heiliggesprochen! Die Meldung geht an diesem Tag um die Welt. Und der Warszawa von Papst Johannes Paul II steht noch immer beim Autohändler in Düsseldorf. So ein Jahr vergeht eben doch sehr schnell und ich hatte es nicht unbedingt eilig, den Warszawa nach Hause zu holen. Meine Garage ist immer noch voll und das Auto steht gut und trocken bei Michael Fröhlich. Wäre es nicht das Auto von Karol Wojtyla, jeder Händler hätte es wohl auf dem Hinterhof unter einer Plane versteckt. Aber Michael freute sich das ganze Jahr über zahlreiche Pilger und viele andere interessierte Besucher. Mit der Verkündung der Heiligsprechung war das mit einem Mal aber etwas ganz anderes für mich. Der Warszawa wird zur Reliquie! Ich sehe schon in Gedanken Touristen kleine Lackteile abplatzen und die originalen Nummernschilder abschrauben.

menschenmenge bei trauerfeier fuer papst johannes paul ii.

Petersplatz, Aufruf der Menschen zur Heiligsprechung

“Hier ist der Michael Fröhlich, Guten Tag!” Diese Begrüßung klingt mir inzwischen vertraut. “Hast Du heute schon Nachrichten gehört?” frage ich ihn erwartungsvoll. “Nein.” antwortet er kurz. “Papst Johannes Paul II wird heiliggesprochen!” sag ich ihm. “Hab ich’s Dir nicht gesagt! Weißt Du’s noch?! Ich hab’s Dir gesagt! Du kannst echt froh sein, dass Du den Warszawa letztes Jahr bei mir gekauft hast! Du bist jetzt der einzige Mensch auf der Welt, der ein Auto von einem Heiligen hat!” Er ist schon ein verrückter und guter Verkäufer, dieser Michael. “Kann ich das Auto morgen abholen? Sind alle Originalpapiere da?” möchte ich wissen. “Sorry, die sind noch immer beim alten Eigentümer, ich ruf Dich gleich zurück!” Der Rückruf läßt auf sich warten. Der Vorbesitzer ist im Ausland, telefonisch nicht erreichbar. Per Email läßt er ausrichten, dass er am 12.07.2013 mit den Papieren in Düsseldorf ist. “Danke Michael, wir treffen uns am 12.07. um 9 Uhr bei Dir im Autohaus.” verabschiede ich mich. Über ein Jahr war ich völlig entspannt, aber jetzt wollte ich diesen Warszawa bei mir zu Hause haben. Und das so schnell wie möglich.

Der Tag danach

10 Feb
%A, 10UTCMon, 10 Feb 2014 18:55:15 +0000 %e. %B %Y

Donnerstag 07.06.2012

Wie sage ich es meiner Frau? Diese Art Überraschungen sind nicht ganz nach ihrem Geschmack. Während ich noch nach den richtigen Worten suche fragt mich meine Frau am Frühstückstisch “Das war ja eine lange Besichtigung. Du hast das Auto aber nicht gekauft, oder?!” Sie sah es mir wohl schon im Gesicht an. “Doch, den mußte ich kaufen.” sage ich und versuche meiner Frau von den vollständigen Dokumenten und den originalen Nummernschildern des Warszawa zu begeistern. Das reicht nicht, merke ich und erkläre ihr ausführlich meine ganz persönliche Sicht auf Papst Johannes Paul II, einem Menschen der sein Leben lang Brücken statt Mauern baute, für den es keine Hautfarbe, Nationalität oder falsche Religionszugehörigkeit gab. Ein Mensch der alle Menschen liebte, sogar seine Kritiker und Feinde. Der die Kraft hatte, seinem Attentäter zu vergeben und die Christen an ihre jüdischen Wurzeln erinnerte. Der erste Papst, der eine Synagoge und Moschee betrat. Dieser Papst war ein wirklich freier Mensch, freier als viele seiner Kritiker. Egal welche Wunder ihm zugeschrieben werden oder nicht, für mich war Karol Wojtyla als Mensch selbst ein Wunder.

karol klagemauer

Klagemauer Jerusalem, 2000: ”Wir sind bestürzt über das Verhalten derjenigen, die im Lauf der Geschichte den Kindern des jüdischen Volkes Leid zugefügt haben”

Nach kurzem Schweigen erwarte ich schon den einen oder anderen Vorwurf für meinen selbst entschiedenen Kauf, aber er bleibt aus. Stattdessen fragt mich meine Frau: “Und wo stellst Du das Auto in deiner vollen Garage hin?” Ich war erleichtert. Michael Fröhlich hatte mir angeboten, den Warszawa vorerst noch in seiner Ausstellungshalle stehen zu lassen. Er war ganz froh darüber, dieses Auto noch ein paar Tage bei sich stehen zu haben. Wir vereinbarten beim Kauf, dass ich das Auto aus Platzmangel erst nach meinem Sommerurlaub 2012 abhole. Es sollte noch ein ganzes Jahr dauern, bis ich den Warszawa in Düsseldorf abhole…

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